Jul 242013
 
Pinguin Update

Anna-Lena Ramm / pixelio.de

Nach unserem ersten Teil “Traffic weg – Teil 1: Das Google Panda Update” folgt nun unser zweiter Teil zum Thema Abstrafungen durch Google – warum ist mein Traffic weg? Heute geht es, wie der Titel bereits verrät, um das gefürchtete Pinguin-Update, welches wir uns genauer anschauen werden.

Wir bitten auch hier wieder deutlich darum, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und im Zweifelsfall einen Profi im Bereich SEO zu konsultieren um die Diagnose zu überprüfen und um dich bei der Recovery zu unterstützen.

Die Geschichte des Pinguin Update

Genau wie beim Panda-Update, handelt es sich auch beim Pinguin Update um ein algorithmisches Update, mit dem Ziel schlechte, spammige Seiten aus den Suchergebnissen weitestgehend zu entfernen um so Platz für bessere Seiten zu machen. Im Gegensatz zu Panda, konzentriert sich Pinguin allerdings in erster Linie auf die Qualität des Backlink-Profiles, also der Links, die auf die Seite zeigen. Vor allen spammige Links von schwachen Seiten erwiesen sich nach dem Pinguin-Update als schädlich, z.B. Artikelverzeichnisse und andere unnatürliche Linkarten. Eine schöne Studie dazu findet ihr bei Libako!

Am 24ten April 2012 veröffentlichte der Webmaster Blog einen Artikel mit dem Titel “Another Step to Reward High Quality Sites” in welchem Sie das Pinguin Update ankündigten. Laut diesem Beitrag sollten ca. 3% der englischen Suchergebnisse betroffen sein, darunter besonders Seiten, die sich nicht an die Google Guidelines halten.

Diagnose: Ist es der Pinguin?

Bevor wir mit der Diagnose starten, ist es sinnvoll einen Blick in die Nachrichten der Webmastertools zu werfen: Gab es eine Warnung über unnatürliche Links? Dies ist ein Zeichen für eine manuelle Abstrafung, die zwar dem Pinguin ähnelt, aber eben andere Schritte erfordert. Sollte das der Fall sein, sollten auch entsprechende Maßnahmen (siehe kommende Artikel “Traffic weg – Teil 3: Manuelle Penalties”) ergriffen werden.

Eine Abstrafung in der Sichtbarkeit durch Google ist meistens absolut offensichtlich. Direkt nach einem Pinguin Update fällt diese deutlich ab und bleibt danach relativ konstant. Sogar ein leichter Aufwärtstrend nach dem Fall ist möglich, wenn z.B. andere Keywords steigen.

Google Penguin Analytics

Gelegentlich ist eine Abstrafung allerdings nicht so offensichtlich wie in dieser Grafik. Beim Panda Update hatten wir auf der gesamten Seite Traffic verloren, aber beim Pinguin ist es wahrscheinlich, das dieser Trafficverlust nur einzelne Keywords oder Verzeichnisse betrifft. Daher sollte man sich beim Pinguin besser nicht nur auf die Sichtbarkeit verlassen, sondern den Traffic auf bestimmte Keywords vergleichen.

Da der Pinguin oft ein Problem mit zu vielen harten Ankertexten auf das Keyword der Seite hat, sollte man am besten mit diesem Keyword bei einer Überprüfung beginnen. Besonders Keywords die oft mit dem Keyword als Ankertext gesetzt wurden, sind für uns interessant.

Wie man den Traffic für ein bestimmtes Keyword überprüft:

Search for a keyword in analytics
  • Wir gehen zur Prüfung in Analytics und starten hier auf dem Dashboard

Hier wählen wir einen Zeitraum um ein Pinguin Update, das uns erwischt haben könnte

Setting Google Analytics Date

  • Auf der linken Seite in der Navigation gehen wir jetzt in die Besucherquellen -> Quellen -> Suche -> Organisch. Hier kommen wir in die Keywords über die Traffic gekommen ist.
  • Hier kann man einzelne Keywords anklicken und die Trafficentwicklung über dieses Keyword analysieren.
  • Wir suchen hier Keywords, die zeitgleich mit einem Pinguin Update an Traffic verloren haben.
  • Alternativ kann man auch die “Vergleichen”-Funktion von Google Analytics in der Datumseinstellung Nutzen.
  • Auch ein Blick auf die Zielseiten bzw. Verzeichnisse ist sinnvoll: Fehlt einem bestimmten Verzeichnis der Traffic?

Bisherige Daten für Pinguin-Updates in Deutschland:

  • 24. April 2012
  • 26. Mai 2012
  • 05. Oktober 2012
  • 22. Mai 2013

Fehldiagnose

  • Es gab Ende April, zeitgleich mit dem Pinguin, einen Panda-Refresh, der nicht ohne war. Hat man nach diesem Zeitraum auf der gesamten Seite Probleme mit dem Traffic, wird es vermutlich eher der Panda als der Pinguin sein.
  • Im Mai wurde bekannt, dass Google einige Webkataloge deindexiert hat. Wenn deine Seite von einer dieser Seiten Links hatte, kann es sein, das der weggefallene Link diesen Effekt haben könnte. Sollte der Traffic erst nach dem Update im Mai gefallen sein, handelt es sich aber wahrscheinlich um eine Abstrafung durch das Pinguin Update.
  • Es kann sein, dass deine Seite gar keine Probleme mit schlechten Links hat, sondern die Seiten, die auf dich verlinken. Es sollten daher die Linkgeber auf eventuelle Abstrafungen untersucht werden. Wenn diese entwertet wurden, ist dies zwar nicht schädlich aber kann wegen wegfallender Links in der Masse zu Rankingverlusten führen.
  • Mit der Diagnose sollte besonders zu anderen Updates diversifiziert werden. Die überprüften Zeiträume sollten möglichst nur das Pinguin-Update umfassen, keine anderen Updates wie Panda oder EMD. Die Termine für diese Updates findet man hier oder hier.

So entkommt man dem Pinguin

Dem Pinguin zu entkommen ist sehr schwierig, die Aussagen darüber unterscheiden sich sehr und eine komplette Recovery wurde bisher selten erreicht. Insgesamt gibt es verschiedene Taktiken, die hier genutzt werden:

  • Schlechte Links abbauen
  • Schlechte Links abbauen und gleichzeitig gute Links aufbauen
  • Aufbau guter, natürlicher Links um das Linkprofil auszugleichen
  • Ankertexte der Links ändern
  • Links auf “nofollow” setzen
  • Die Domain wechseln und alle Seiten per 301 weiterleiten
  • Die Domain wechseln und nur gute Links weiterleiten

Aus der Pinguin-Penalty entkommt man erst beim nächsten Daten-Refresh. Bis dahin sollten folgende Schritte ergriffen werden. Wichtig ist, das Backlink-Profil zu bereinigen, auch wenn dies sehr Aufwendig ist, da man um eine manuelle Überprüfung der Links kaum herum kommt. Eine gute Hilfestellung sind die Detox-Tools der Cemper Link Research Tools.

Hier die Hinweise, die beim Aufräumen beachtet werden sollten:

  • Überprüfe deine Links nach offensichtlichem Ankertext-Spam. Dazu kann man jedes Backlinktool verwenden, bei dem nach Ankertexten sortiert werden kann. In unserem Test wurde der Open Site Explorer von SEOmoz genutzt.

Open Site Explorer Anchor Text

  • Ein natürliches Link-Profil wird normalerweise als häufigsten Ankertext die Brand oder die URL haben. Wenn hier ein hartes Keyword am meisten genutzt wurde, sollte bei diesen Links angesetzt werden.
  • Wenn Rankings zu einem bestimmten Keyword weggebrochen sind, sollten besonders die Linkquellen die mit dem Keywords als Ankertext verlinkt haben, in Angriff genommen werden. Ob man diese Links abbaut, oder den Ankertext ändert bzw. den Link auf nofollow stellen lässt, muss jeder Webmaster selbst entscheiden. Hierzu ist sicherlich auch die Qualität des Links entscheidend.
  • Sonstige Links mit denen offensichtlich die Google-Richtlinien verletzt wurden.

Den Link entfernen sollte man vor allen Dingen wenn er folgende Merkmale aufweist:

  • Webkataloge die offensichtlich nur genutzt werden um das Ranking und den Page Rank zu verbessern
  • Offensichtlich gekaufte Links
  • Kommentar-Spam in Blogs mit dem Keyword als Ankertext
  • Gespinnte oder gleiche Artikel die auf verschiedenen Portalen veröffentlicht wurden
  • Footer-Links sofern diese auf vielen verschiedenen Seiten mit identischem Ankertext verlinkt wurden
  • Im Prinzip jeden Link der offensichtlich aufgebaut wurde um das Ranking zu verbessern

Wichtig: Wenn du dir mit einigen Links nicht ganz sicher bist, ob diese entfernt werden sollten oder nicht, ist es manchmal ratsam einen SEO-Profi zu beauftragen. Oft kann man aber bei einigen Links auch einfach mal nach der Meinung fragen – dafür muss man ja nicht gleich Geld ausgeben. Wer hier einen Profi sucht oder einen kleinen Tipp braucht, kann mich gerne anschreiben.

Leider werden von Laien oft auch Links entfernt, die sich positiv auf die Seite auswirken. So werden weitere Rankingverluste provoziert.

Das Disavow-Tool

Seit Oktober 2012 gibt es auch das Disavow-Tool. Ich empfehle dies maximal als letzten Ausweg, wenn sich einige Links nicht abbauen oder ändern lassen. Es ist sinnvoll erst alle Maßnahmen zu versuchen und ein Pinguin-Refresh abzuwarten, ehe auf das Disavow-Tool zurückgegriffen wird.

Das Risiko ist hier, das durch die Meldung von “schlechten Links” Google auf die Seite aufmerksam gemacht wird und eventuell noch schlimmere Abstrafungen riskiert. Auch ist die tatsächliche Zuverlässigkeit des Disavow-Tool nach wie vor umstritten und von SEO-Seite aus nicht bestätigt.

Vor dem Einsatz des Disavow-Tools sollte in jedem Fall ein Profi zurate gezogen werden.

Der Reconsideration Request

Der Reconsideration Request muss bei algorithmisch bedingen Rankingverlusten nicht gestellt werden – dazu gehören auch die Verluste durch die Updates Pinguin und Panda! Sofern es keinen “blauen Brief” in den Webmaster-Tools gegeben hat, sollte man dies daher nicht tun und statt dessen das nächste Pinguin-Update abwarten um zu sehen, ob die Domain sich erholen konnte und die Maßnahmen gegriffen haben.

Uns ist bewusst, das diese Zeiträume sehr groß sind und betroffene Unternehmen in dieser Zeit starke Verluste wegstecken müssen. Eine schnellere Methode ist da nur der Neustart auf einer neuen Domain. Dem Pinguin zu entkommen ist ein Langzeitprojekt dessen Rentabilität bisher eher gering ist.

So geht’s hier weiter:

Traffic weg – Teil 3: Manuelle Penalties

Traffic weg – Teil 4: Noch mehr Gründe

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Bild- und Informationsquellen:
http://www.mytrafficdropped.com/penguin/
http://www.sistrix.de/google-updates/

Nicole Mank

Mein Name ist und ich betreibe she-seo.net in meiner Freizeit. Ich bin als SEO-Consultant bei der SEOSEO GmbH unterwegs und beschäftige mich auch nebenher viel mit Themen Rund um Onlinemarketing und Suchmaschinenoptimierung.

  5 Responses to “Traffic weg – Teil 2: Das Google Pinguin Update”

  1. Links abbauen, genau – ein Google Update das Natürlichkeit über alles setzt mit einer unnatürlichen Massnahme “bekämpfen” – sorry, aber sehr sinnvoll klingt das nicht. Genauso wie “Jetzt meld ich mal alle meine bösen, bösen Links” und Google ist dann bestimmt wieder ganz lieb zu mir – ich hab ja auch ganz viele andere verraten.
    Wenn jemand früher nur Mist-Links gesetzt hat, dann hat er einfach Pech, Hirn hätte man auch schon vor Jahren benutzten können und sollen. Nur einige haben gedacht das es ja so viel einfacher wäre, wenn man einfach Links rausspamt.
    Ich hab ein AV in Betrieb, das hat im Oktober und Mai sogar jeweils von dem Update profitiert. Trotzdem zeigen ein paar teure “SEO”-Tools diese Links zum Teil sogar als höchst toxisch an. Andere Tools sehen diese Links als sehr positiv. Hier wird z.T. mal wieder einfach in trüben Wasser gefischt und einige SEOs machen genau das, was Google will: möglichst viel verraten.
    Und JEDER SEO der Links abbaut oder das Disavow-Tool benutzt macht genau das, was Google seit Jahre verurteilt: unnatürliches Linkbuilding. In diesem Fall nur halt nicht im LinkAUFbau sondern ABbau. Es ist natürlich das Links mit der Zeit verschwinden, aber es nicht natürlich das auf einmal xxx Webverzeichnis und yyy Kommentar-Links verschwinden.
    Wenn man es damals vom Verhältnis her falsch gemacht hat – dann jetzt verstärkt darauf achten das hochwertige Links kommen. Aber selbst dann wäre es falsch, wenn überhaupt kein “Müll”link mehr neu auftaucht, nachdem jahrelang nur solche Links gesetzt wurden.
    Ist wenigstens meine Meinung dazu – und mehr wie Meinungen kann es eigentlich auch gar nicht geben. Außer Briefe, die deutlich häufiger in Zukunft kommen werden, wenn irgendwelche verängstigte Möchte-Gern-SEO möglichst viele “schwarze” Listen an Google schicken.

    • Generell kann ich deine Meinung wirklich gut verstehen: Links abzubauen ist natürlich ein Eingeständnis für mieses Linkbuilding. Aber wenn da nunmal mieses Linkbuilding betrieben wurde? Irgendetwas muss man unternehmen, sonst passiert nämlich gar nichts. Ich zeige hier nur verschiedene Möglichkeiten auf. Ob und wie man diese Umsetzt, ist vermutlich der eigenen ethischen Einstellung zu verschulden ;).

      Was man beim Pinguin wissen muss: Hier schaut vmtl. niemand manuell drauf, da es sich um ein algorithmisches Update handelt. Wenn meine Ankertexte oder Linkquellen zu einseitig und “billig” sind, gibts eben auf den Deckel.

      Das hier ein mieser Job gemacht wurde, ist den Betroffenen mit Sicherheit klar sobald kein Traffic mehr rein kommt – da brauchen wir nicht drüber diskutieren. Hier geht es auch nicht wirklich um ein Handbuch für SEOs (ich hoffe die wissen Bescheid) sondern für Seitenbetreiber (Webmaster) die von einer schlechten SEO-Firma gelinkt wurden.

  2. Bin allerdings trotzdem, auch im Sinne der “Gelinkten”, der Meinung das ein Abbau es nur verschlimmert. Nehmen wir mal jemand hatte 1.000 Links gekauft (meist waren es deutlich, deutlich mehr – auf jeden Fall in einem Fall in dem oben abgebildete Kurve stimmt) und baut die jetzt ab. Dafür kommen auf einmal 20 richtig hochwertige, gute Links. Welcher vernünftige Algorithmus schlägt da nicht Alarm? Und ich unterstelle Google einfach mal das die gute Algorithmen haben. Und dann wird die Seite am Ende manuel bewertet und beobachtet. Viel Spaß, spätestens ab jetzt wirds richtig teuer.
    Was aber passiert wenn einfach nur noch ordentliche Links kommen und die depperten Links ganz natürlich nach für nach verschwinden? Der Algorithmus schlägt keinen Alarm, keine manuellen Strafen kommen und die Seite wird ganz normal einfach wieder aufsteigen. In den Ergebnissen und damit auch vom Traffic her.
    Und ganz ehrlich, die ganzen “Wir machen Ihre schlechten Links weg”-SEO’s sind in meinen Augen keinen deut besser wie die “Wir verkaufen Ihnen tausende von hochwertigen Links”-SEO’s. Oftmals sind es ja sogar die gleichen…

    • Wie man Linkabbau findet ist in dem Fall total egal: Manchmal geht es einfach nicht anders! Natürlich sollte man dann die nächste Zeit mit Linkbuilding besonders vorsichtig sein, oder es ganz lassen (beste Lösung ;) ).
      Ich denke bei einer Abstrafung wegen Linkkauf mit “guten Links” gegenzusteuern ist zwar eine Taktik – aber eben nicht minder gefährlich… Was passiert beim nächsten Update? Was wenn der “gute Link” dann plötzlich auch ein schlechter ist? Man sollte das ganze nicht nur von einer Seite beleuchten.

  3. Wenn du früher bei Google in die Top 3 wolltest, dann brauchtest du diese Links. Es soll jetzt doch niemand daher kommen und behaupten, daß man mit der heutigen Linkstrategie vor 4 – 6 Jahren Erfolg gehabt hätte. So was nennt sich Evolution und Google weiss das auch.Ich denke es ist ein wenig komplizierter. Aber ich bin ein Handwerker im Internet. Darüber sollen sich die Seos mit wissentschaftlichem Hintergrund austoben. Ich werde meine Wahrheit mit dem nächsten Pinguin erfahren.

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