Jan 292013
 

Einen Unternehmensblog zu betreiben ist sexy – man kann zu bestimmten Keywords Artikel schreiben und darüber viele Besucher generieren. Dennoch sind die meisten Unternehmensblog Content-Wüsten. Was zu beachten ist, wenn man einen Unternehmensblog betreiben möchte, erläutere ich in diesem Post.

Anlass zu diesem Beitrag, ist der Artikel von Marcus, der den Tchibo Blog als Negativ-Beispiel für einen schlechten Unternehmensblog anführt. Doch ist der Blog von Tchibo wirklich so schlecht? Oder einer der letzten „echten“ Unternehmensblogs. Und mit Teilen seiner Kritik hat Marcus durchaus Recht.

Was braucht ein guter Unternehmensblog?

Unternehmensblog

Gerd Altmann / pixelio.de

Ein allgemeiner Blog sollte seine Leser über ein bestimmtes Thema informieren und inspirieren. Es gibt News-Blogs, die hauptsächlich Nachrichten aus Pressemitteilungen oder andere kurzweilige Trends behandeln, oder auch Themenblogs, die detaillierteInformationen zu einem bestimmten Thema bieten. Einen Blog kann in Prinzip jeder schreiben, der etwas mitzuteilen hat. Wie beliebt jedoch der Blog ist, hängt hierbei von der Qualität des Inhaltes und dessen Zielgruppe ab.

Ein guter Unternehmensblog sollte natürlich auch verkaufen – ohne jedoch zu werbend zu werden. Betreibt man eine Modeseite, kann man z.B. über Modetrends, Modeschauen, neue Designer oder auch Verwandte Themen wie z.B. Kunst, Möbeldesign oder ähnliches Berichten. Es ist kein Problem auch weitergehende Themen zu behandeln, solange die Zielgruppe zum größten Teil daran interessiert sein sollte.

Was aber ein Unternehmensblog vor allen Dingen braucht, ist gute Autoren. Sie sollten Experten sein, um ernst genommen zu werden, und im Optimalfall bereits über „Fans“ verfügen.

Gerade bei Themenblogs, die für Unternehmen typisch sind, ist aber auch die Struktur des Blogs selbst sinnvoll. Diese hat Marcus in seinem Artikel bei Tchibo bemängelt. Hier ist man als Nutzer nur schwer in der Lage, Artikel zu einem bestimmten Thema zu finden, da keine Kategorien angelegt sind. Doch Tchibo ist in meinen Augen deshalb noch kein Negativ-Beispiel. Der Blog wird durch die Autoren irgendwie authentisch – ich habe beim Lesen nicht das Gefühl, das die Artikel aus SEO-Gründen geschrieben werden. Vielmehr beschleicht mich das Gefühl, es mit echten Kaffeeliebhabern und Mitarbeitern zu tun zu haben, die gerne über Ihren Job berichten. Für jemanden, den das Thema interessiert, mag auch ein qualitativ nicht perfekter Artikel interessant sein – denn der Experte der hier schreibt ist vielleicht kein Journalist, dafür aber jemand, der jeden Tag mit dem Produkt arbeitet und echte Einblicke liefern kann.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Wer sich entscheidet, einen Unternehmensblog aufzusetzen, sollte sich wegen der oben angesprochenen Punkte über einige Details schon vorher Gedanken machen:

  • Habe ich jemanden, der diese Artikel schreiben kann, inhaltlich (Expertise) wie auch qualitativ und quantitativ?
  • Was soll der Blog behandeln?
  • Brauche ich Kategorien?
  • Wie wird der Blog technisch umgesetzt? Subdomain, extern oder als Verzeichnis? Welches CMS soll genutzt werden?
  • Wie bekomme ich Besucher auf den Blog?
  • Wer kümmert sich um die Themenauswahl und die redaktionellen Aufgaben wie z.B. das Verwalten von Kommentaren?

Schon bevor der Blog aufgesetzt wird, sind daher viele Fragen zu klären. Es ist sinnvoll, den Blog samt Kategorien in Zusammenarbeit mit den Autoren anzulegen. Auch späteres Seeding über Facebook (z.B. durch eine eigene Fan-Page) sollte besprochen und vorbereitet werden.

Wer schon vor Start gut plant und z.B. einen Redaktionsplan ausarbeitet (geht bei Newsportalen nicht immer) spart sich später Ärger und hat von Beginn an einen aufgeräumten Blog. Auch Kategorien, Textlängen, das Einbinden von Fotos und Tags sollten einheitlich besprochen werden. An dieser Stelle lohnt es auch, das Redaktionsteam mit Keywordrecherchen und SEO-Grundlagen (Title, Description, Textformatierung etc.) vertraut zu machen.

Der Blog als Contentschleuder

Home 24 Blog

Der aktuelle Artikel im Home24 Blog

Was man sehr oft sieht sind die Contentschleudern. Aus SEO-Sicht bietet hier ein Blog gute Möglichkeiten zu einem Keyword schnell gut zu ranken und so viele Besucher zu generieren die man auch zu Käufern machen kann. Ein Beispiel hierfür ist z.B. der Blog von home24.de. Hier wird deutlich, dass die Betreiber sich nach aktuellen Suchtrends richten und den Leser oft sehr nachdrücklich Richtung Kauf bugsieren (unten der Link zu den Teppichen). Allerdings werden auch viele Nischenthemen, wie aktuell die verschiedenen Teppicharten behandelt.

Wen das interessiert, weiß ich nicht so genau, aber ein paar Besucher bringt es bestimmt. Außerdem erhöht es natürlich den Textanteil der gesamten Seite und Content ist spätestens seit den Panda-Updates King. Der Blog stärkt somit auch die gesamte Domain und ist aus SEO-Sicht empfehlenswert. Zudem führt die Verlinkung zu Kategorien und Produkten auch dafür, dass die Verkaufsseiten selbst dank interner Verlinkung aus relevanten Inhalten gestärkt werden.

Was wir allerdings auch sehen: Die Beiträge werden kaum geteilt und noch viel seltener Kommentiert – der Blog wirkt tot! Das ist bei Tchibo nicht der Fall – hier sieht man, dass über Themen geredet wird, die offenbar interessieren und diskutiert werden. Der Blog dient somit auch der Kundenbindung und das Geheimnis, ist wohl die Mischung aus beidem: Interessante Inhalte mit einem kleinen SEO-Anteil.

Brauche ich einen Unternehmensblog?

Das ist wohl die entscheidende Frage: Braucht man heute überhaupt einen Unternehmensblog? Mein persönliches Fazit lautet: nein! Wenn man keine Zeit, keine Lust und kein Geld hat, ist ein Blog sicherlich die falsche Wahl. Ein Blog frisst viele Ressourcen und kostet gerade am Anfang auch Geld. Wer Content geschickt unterbringen will, sollte nicht sofort zum Blog greifen, da hier auch viel Kundenkommunikation und Unternehmenspräsentation stattfindet. Über einen Blog kann man dem Unternehmen ein Gesicht geben, aber man muss es dann eben auch sehr konsequent durchführen.

Wer unbedingt Keywords/Content platzieren will, sollte nicht gleich zum Blog greifen. Weniger aufwendig aber sehr effektiv beim Thema SEO ist auch ein Glossar, Lexikon oder eben einzelne Landingpages – diese machen nur einmal Arbeit und es muss nicht ständig für neue Inhalte gesorgt werden.

Wer sich für einen Unternehmensblog entscheidet, sollte sich des Aufwandes dahinter bewusst sein und von Anfang an geschickt planen.

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Nicole Mank

Mein Name ist und ich betreibe she-seo.net in meiner Freizeit. Ich bin als SEO-Consultant bei der SEOSEO GmbH unterwegs und beschäftige mich auch nebenher viel mit Themen Rund um Onlinemarketing und Suchmaschinenoptimierung.

  5 Responses to “Unternehmensblog: Segen oder Fluch?”

  1. Hi Nicole,
    ich habe nicht das ganze Blog als Negativ-Beispiel für einen schlechten Unternehmensblog beschrieben, sondern beziehe mich im wesentlichen auf diesen einen Artikel.

    • Hallo Marcus,

      das habe ich schon auch Verstanden, hier dann noch mal der Vergleich mit wirklichen Negativ-Beispielen 🙂 Kann das im Artikel natürlich gerne ergänzen 🙂

      LG

      Nicole

  2. Hi Nicole,

    ich glaube das 2013 Content-Marketing durch Corporate Blogs immer wichtiger wird. Unabhängigkeit von Google ist hier das Stichwort. Je mehr Traffic ich über Google fremde Quellen generieren kann, desto besser.

    Die Voraussetzung für einen qualitativ hochwertigen Corporate Blog hast du schon schön beschrieben. Ich denke es ist vor allem wichtig, nicht den Anschein von Werbung zu erwecken. Sinn und Zweck eines Corporate Blog ist weniger die Generierung von Umsatz als vielmehr die Integration der Marke und die Verknüpfung von Produkten mit der Marke. Wem das gelingt kann durch einen Corporate Blog viel gutes für seine Marke bewirken.

    Blogs die offensichtlich nur zu Werbezwecken erstellt werden, haben dagegen gar keine Chance vom Kunden akzeptiert zu werden. Die Internet Nutzer von heute sind eben nicht mehr so treudoof wie vor ein paar Jahren. Sie erwarten gute und nützliche Infos. Und nur damit kann man punkten.

    Danke für deinen Artikel!

    Grüße
    Michael
    Websitestartup.de

  3. Um eine gute Landing Page zu erstellen, kann man sich sehr gut an Andre Morys “7 Ebenen der Konversion” halten. Dieses Konzept enthält all die Bedürfnisse, Entscheidungspunkte und somit auch Anforderungen eines Nutzers, welche eine erfolgreiche Seite erfüllen sollte.

    • Hallo „Piracetam“ – ich hab deinen Pharma-Link mal rausgenommen, aber weil dein Kommentar so gut getargetet ist, schalte ichs mal frei! Ich hoffe du freust dich auch so wie ich 😉

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